Einen grandiosen Höhepunkt zum Ende des Jubiläumsjahres setzte der Musikverein/Stadtkapelle Bretten mit seinem Jahreskonzert am vergangenen Wochenende.
Bereits zu Beginn knallte mit „Portrait of Freedom“ der erste „Musikalische Sektkorken“ des Abends, dem mit „Tatarian Dances“ gleich der nächste folgte. Fulminantes Glanzlicht war zweifelsohne Friedich Guldas „Konzert für Cello und Blasorchester“, meisterhaft interpretiert vom preisgekrönten Solisten Jonathan Nestler; mit tosendem Applaus, Bravorufen und Standing Ovations würdigte das Publikum die Leistung von Musikern und Dirigent Ansgar Sailer.
Beschwingt, fetzig und kurzweilig ging es im zweiten Teil weiter, in dem sich BigBand-Nummern („Sing, Sing, Sing“) mit Schlagertiteln von Bert Kämpfert, französischen Chansons („Paris Montmartre“) und dem „St. Louis-Blues“-Marsch auf sehr unterhaltsame Art abwechselten.
Stadtkapelle feiert mit 100 befreundeten Musikern eine große Sause
Über 100 befreundete Musiker aus Hemer, Bellegarde und Herrenberg hat die Stadtkapelle Bretten eingeladen, um das 150-jährige Bestehen des Vereins in der Stadtparkhalle zu feiern.
Das erste Orchester kommt aus Brettens Partnerstadt Hemer – bereits der Eröffnungsmarsch „Furchtlos und Treu“, der Hemersche „Eisbrecher“, lässt das Publikum den Takt mit klopfenden Fingern nachspüren. Mit konzertanter Marschmusik bringen die Sauerländer stetig mehr Stimmung in die Halle. Die Melodie des „Herzogs von Braunschweig“ wird durch scharf akzentuierte Signale durchschnitten, und große Crescendi erzählen in einem Arrangement von Russlands Weg in die Freiheit.
Was hat die „Bärenmarke“ oder „Bonduelle – das Zartgemüse aus der Dose“ mit Johann Strauss (Vater) zu tun? Und warum stellte Ansgar Sailer, Dirigent der Stadtkapelle Bretten, dem Publikum beim Sommerkonzert genau diese Frage?
Ein großes Raunen ging durch die Menge, als die Musiker die Lösung temporeich und zackig präsentierten: Den Radetzky-Marsch.
Humorvoll und charmant geleitete Dirigent Ansgar Sailer auch durch das übrige Programm, entlockte den Brettener Musikern homogene Töne, die sich zu gefälligen und mitreißenden Melodien entwickelten. Der Lohn am Ende des Abends: lang anhaltender Applaus, Begeisterungsrufe und „standing ovations“, trotz tropischer Temperaturen.
Der Musikverein/Stadtkapelle Bretten nahm die Zuhörer mit auf eine Reise quer durch die Filmgeschichte, erfüllte zwischendurch aber immer wieder das Versprechen, mit Polka und Märschen zu zeigen, dass sie auch in dieser Musiksparte zu hause sind.
Kurz vor Beginn der Sommerferien stand für die Jungmusiker ein von unserem Jugendgremium geplanter Ausflug statt. Bei bestem Sommerwetter konnte es kein besseres Ziel als den Baggersee in Untergrombach geben. Bepackt mit Proviant und Gepäck ging es von Bretten aus mit dem Fahrrad querfeldein bis nach Untergrombach. Mit Schwimmen, Ballspielen oder einfach nur Relaxen konnte jeder die Zeit bestens nutzen. Der Rückweg führte dann direkt auf den Hohberg, wo bereits alles für ein gemeinsames Grillfest gerichtet war. Nach dem Essen hieß es: Zelte aufbauen.
Eine nicht alltägliche Ehrung wurde dem Musikverein/Stadtkapelle Bretten am 22. Juni in seinem Jubiläumsjahr zuteil. Zusammen mit 43 Laienmusikvereinigungen aus ganz Baden-Württemberg wurde dem Verein jüngst die „Conradin-Kreutzer-Tafel“ verliehen.
Die beiden ersten Vorstände Thomas Zürner und Andreas Frank nahmen in Buchen im Odenwald die Laienmusik-Auszeichnung aus den Händen von Staatssekretär Jürgen Walter voller Stolz entgegen. Mit der „Conradin-Kreutzer-Tafel“ werden von der Landesregierung jährlich Vereine geehrt, die auf ein mindestens 150-jähriges Bestehen zurückblicken können und sich durch ihr Wirken künstlerische und kulturelle Verdienste um die Pflege der Laienmusik erworben haben.
